Ayutthaya…ein Traum aus Ruinen

Wer sich Mal fühlen will,wie in einer Zeit,als die Mönche noch jegliche Arten von Kampfkünsten beherrscht haben, als Statuen noch viele viele Meter hoch gebaut wurden und als Asiaten die  östliche Philosophie predigten,der muss nach Ayutthaya.
Die Ruinen rauben mir den Atem. Sie sind mehrere Hundert Jahre alt. Die Buddhastatuen will ich gar nicht erwähnen,von denen bin ich jedes Mal geflasht sobald ich an sie denke. 

Ich will hierzu gar nicht viel schreiben. Seht es euch einfach selbst an! 

Ganz ohne Selfie geht’s eben nicht 😉

Hier konnte man auf die Blätter seinen Wunsch schreiben. Ich habe auf russisch geschrieben: Frieden für die Welt und Julia 🙂

Man kann sich die Größe dieser Anlage gar nicht vorstellen…

Dies ist der liegende Buddha (aus Wat Pho in Bangkok)

Der liegende Buddha in Ayutthaya

Bangkok 3. Klasse

Der Zug nach Ayutthaya ist alt,aber gleichzeitig fühle ich mich geborgen. Der Standard erinnert an die russischen Züge,nur das Geräusch während der Fahrt ist anders. 

Es sind jetzt schon ein paar Tage rum seitdem ich hier bin und es hätte nicht besser sein können. 

Die Tempel und andere religiöse Sehenswürdigkeiten sind absolut verschieden, aber alle mehr als sehenswert. Der liegende Buddha mit über 4 Meter Größe reißt dich sofort in seinen Bann. Und eigentlich heißt es tatsächlich,dass es sich hierbei nicht um den liegenden Buddha handelt,sondern um den sterbenden. Aber die Thais sind nicht traurig deswegen,denn es bedeutet,dass er übergegangen ist zu einem neuen Leben, also das Nirvana erreicht hat.
Ich bin fasziniert vom Buddhismus. Es ist die friedlichste Religion,die man sich vorstellen kann. Der Buddhismus akzeptiert jeden. Bis auf Frauen in kurzen Röcken und schulterfreien Oberteilen 😉
Es gibt auch dunkle Seiten in Thailand,die mich ziemlich traurig stimmten,als ich mit diesen zusammenstieß. Der Andrang der Touristen ist so groß,dass die Thais unter einander einen Konkurrenzkampf führen, der annehmen lässt,es gehe um Leben und Tod. Aber vielleicht tut es das ja auch. Auf dem Weg zum Grand Palace wurden wir nicht ein Mal initiiert umzukehren, da diese Sehenswürdigkeit heute wegen der Trauerfeier zu Ehren des im letzten Jahr verstorbenen Königs geschlossen habe. Das stellte sich natürlich im Anschluss als dreiste Lüge heraus. Einfach nur,damit wir umdrehen und uns zu den, von den, als Polizisten,oder andere vom Status höher gestellte Berufsgruppen empfohlenen Orten begeben. Zum Glück haben wir das nicht getan, sondern sind weiter gegangen und schließlich am Ziel angekommen. Es hatte nicht geschlossen. Keine Zeremonie. Wir konnten seelenruhig hinein spazieren. Und dieses atemberaubende Konstrukt in unsere Gedächtnisse brennen lassen. 

Die Trauerfeier für den König fand tatsächlich statt. Jedoch parallel zu den Besuchen der Touristen. Ich finde die Thais schaffen es generell viele Dinge gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen. Man muss sich ja nur einmal den Verkehr anschauen. Ich bin jetzt zum zweiten Mal in Thailand,ich staune zum zweiten Mal täglich über die Art des Fahrens und zum zweiten Mal freue ich mich darüber,dass es bisher nie zu einem Unfall kam,den ich hätte mit ansehen müssen. „Flow“ würde ich es nennen. Wie ein Fluss,der die Steine einfach umfließt und sich nicht von ihnen aufhalten lässt. Und damit würde ich auch das Leben der Thailänder beschreiben. 
Am Abend nach einem  kurzen und 60€ teuren Cocktail in der Skybar des Lebua State Towers, was sich absolut lohnt, sind wir zurück in unsere Khaosan Road um in einer Bar,wo die Cocktails unsere Portemonnaies nicht so sehr strapazieren, den Abend ausklingen zu lassen. Abgesehen von den angebotenen Ping Pong Shows und Stripbars, bieten die Thais auch orale Befriedigung, durchgeführt von Affen. Monkey Blowjob nennt sich dieses Procedere! Erst war ich wütend auf die Thais,dann auf die Touristen,dann auf beide Seiten. Schließlich hab ich es gut sein lassen. Ohne Nachfrage kein Angebot.  
Im Zug ist es saukalt. Die Klimaanlage scheint auf Antarktis eingestellt zu sein. Next Stop: Ayutthaya! 

Endlich da,wo man hin gehört!

Auf dem Weg zum Flughafen konnte ich mich davon überzeugen,dass die Araber auch schwitzen. Der Taxifahrer riecht so penetrant nach Schweiß,dass ich kotzen möchte. Und trotzdem würde ich den stinkenden Taxifahrer im kühlen Auto eher vorziehen,als die Hitze,die außerhalb herrscht. Echt Respekt! 
Jetzt habt ihr einen großen Teil meiner Reise verpasst. Ich bin schon in Bangkok, liege im Bett des wahrscheinlich schlimmsten Hotels,das ich je von innen gesehen habe. Es ist zwar sauber und alles ist absolut annehmbar. Bis auf die Lautstärke. Man hört die Musik von draußen,als würden Menschen bei mir im Zimmer einen Club gestartet haben. 

Es ist das d&d Inn direkt an der Khaosan Road. Diese Straße ist weltberühmt für ihre Parties und nächtlichen Events. Hier kann man tagsüber, sowie nachts Skorpione und Kakerlaken degustieren, oder gefakte Kleidung kaufen. Oder sich dazu verleiten lassen zu einer Ping Pong Show zu fahren. Hier trifft man Lady Boys, Tom Boys, Transvestiten und unzählige Touristen. 

Ich muss das Zimmer upgraden!

Irgendwann habe ich es irgendwie geschafft einzuschlafen, zwischendurch immer mal wieder mit aufwachen. Schwierig bei gefühlten 1000 Dezibel zu Schlaf zu kommen.
Um 5:30 stehe ich auf. Bald kommen Anna und Eugen an. Die muss ich vom Flughafen abholen. Ich quäle mich aus dem Bett,meine Beine tun immer noch total weh und meine Augen sind rot,vom wenigen Schlaf. 

Ich zieh mich an und mach mich auf den Weg zum 7/11. Ich brauche Kaffee. Und damit haben die Thais Probleme. Bisher habe ich hier noch nie einen guten Kaffee serviert bekommen. Falls ihr wisst,wo man solchen erhalten kann, schreibt mir!!!
Beim rauskommen spricht mich ein Tuk Tuk Fahrer an. Ich muß zur Phaya Thai Station. Es schüttet,wie aus Eimern. Ich fahre mit dem Tuk Tuk und bereue es sofort. Ich bin von Kopf bis Fuß nass und habe,um ehrlich zu sein Angst,dass ein Blitz in das Tuk Tuk knallt und ich sterbe,weil ich ja gezwungen bin,mich am Stahlgriff festzuhalten…
Ich habe es überlebt und komme an der Metro Station an. Naja fast,der Fahrer hat mich 5 Minuten zu früh rausgeschmissen,ich muss noch laufen. Dabei werde ich noch nasser. Egal,ich freue mich trotzdem! 

Ich setze mich in die Bahn und fahr zum Flughafen. Komme an,finde das Gate,wo meine Leutchen ankommen und warte. Eine geschlagene Stunde. Zum Glück habe ich wenigstens den gekühlten Kaffee aus der Dose. Da sind sie schon,ich melde mich später…

Abu Dhabi – meine persönliche Wetterhölle

Ich stand in der Schlange vor dem Check-in Schalter und nur beim Gedanken an Abu Dhabi floss mir der Schweiß den Rücken runter. Schon Wochen vor der Reise schaute ich immer Mal wieder auf den arabischen Wetterbericht und bekam Panikattacken. Vor nichts sonst hatte ich solche Angst,wie vor dem Wetter. 
Ich kam an die Reihe, übergab meinen Reisepass und das elektronische Ticket, fragte,ob ich meinen Rucksack als Handgepäck mit in das Flugzeug nehmen könne,es wurde bejaht,ich bekam meinen Boarding Pass und ging nach draußen,eine rauchen,die Nerven beruhigen. Hier in Berlin weht ein angenehmer leichter Wind. Ob es in Abu Dhabi weht???
Noch 20 Minuten und ich besteige den riesigen Vogel,der mich dorthin bringt,wo ich noch nie war. Wie die Saudis vor Ort wohl sind…
Ich setze mich auf meinen Platz im Flugzeug. Es sind diese Sitze, die zwei links,zwei rechts und vier Sitze in der Mitte haben. Ich sitze rechts am Fenster und hoffe, es setzt sich keiner neben mich und der Platz bleibt im Endeffekt frei. 

Fehlanzeige!

Kurz bevor es los geht, kommt ein junges Mädchen und stellt sich als meine heutige Sitznachbarin heraus. Ich hasse sie den ganzen Flug über. 
Kennt ihr das,wenn man einschläft und zuckt,weil man im Traum irgendwo hinunter fällt? Tja,den Scheiß hatte dieses Gör den ganzen Flug über gemacht,bis auf einige Momente,in denen sie kurz aufwachte, sich kratzte und wieder zuckend schlief. Ich glaube die war auf Drogen. 
Airberlin hat mich ziemlich überrascht. Positiv! Essen war absolut essbar,was ich sonst in Flugzeugen selten erlebt habe. Kissen und Decken lagen auf den Plätzen und die Auswahl an Filmen war auch nicht schlecht. Das warme, nach Tee riechende Tuch zum Erfrischen. Also echt, ein super Flug. Das hatte ich bei meinem letzten 12-Stunden-Flug nicht. 
So wir landen…
Ich bin in der verdammten Wetterhölle. Es ist so heiß hier,dass man nicht klar denken kann. Es weht übrigens ein wenig,aber nur heiße Luft!
Mal gucken,was die Scheich Zayed Moschee zu bieten hat!!!


Die Moschee ist ein Traum! So etwas wunderschönes habe ich noch nie gesehen. Selbst die Hagia Sofia in Istanbul hat mich nicht so berührt,wie die Scheich Zayed Grand Mosque! Ein Taxifahrer hat mich schon wegen der falschen Aussprache ausgelacht 😉

Mir tun die Augen weh vom gucken! Ich bin müde,aber ich habe hier halt sehr wenig Zeit. Mittlerweile bin ich schon an der Marina Mall angekommen. Bentleys und Lamborghinis habe ich bisher noch keine gesehen. Dafür aber russische Weiber in kurzen Miniröcken. Ich verstehe nicht,warum man nicht die fremde Kultur achten kann. 

Dachte sie schwitzend in ihrer Hose und dem vom Schweiß nassen Baumwollhemd….ein wenig pissig bin ich ja deswegen schon.

 

Die Marina Mall ist nichts besonderes. Wie jedes andere Einkaufszentrum auch. Es ist sogar nicht mal so gut,wie unser Berliner KaDeWe. Das ist natürlich meine subjektive Meinung. Fotos mache ich keine davon,ist mir zu lahm. Ich will an die Corniche, die Strandpromenade. 
Wurde hier übrigens schon 2x angemacht. Leider waren das keine Scheichs. Zugezogene zum Arbeiten, einer aus Marokko,der andere aus Pakistan. Haben beide gefragt,wie man ein Visum für Deutschland bekommt…O_o 
Ich muss ehrlich zugeben,dass mich dieser Ort gleichzeitig fasziniert und total aus der Bahn wirft. Ich bin überfordert. Busse fahren um diese Uhrzeit,aber ich verstehe nicht wohin. Habe 70€ umgetauscht, sind knapp 240 Dirhams (bin mir nicht sicher,ob das so richtig geschrieben ist,ist mir aber auch total egal gerade). 
Es ist mitten in der Nacht und die Saudis laufen durch die Straßen mit ihren kleinen Kindern. Die Frauen in schwarzen Nikabs und die Männer in weißen Gewändern. 

Für kein Geld der Welt würde ich hier schwarze Klamotten anziehen. Ich sitze und rauche wieder. Hier gibt es dafür spezielle Bereiche mit Ventilatoren,die noch mehr heiße Luft verpusten. Aber etwas Gutes hat es ja, es gibt überhaupt keine Mücken. Die würden diese Klima nicht überleben! 

So,an der Corniche habe ich Pech. Baden ist nachts tabu, dabei hab ich mir in der Marina Mall extra meinen Bikini angezogen, überall laufen Polizisten herum. Man fühlt sich zwar sicher, aber immerzu verfolgt von denen, die eigentlich Sicherheit vermitteln sollten. 

Ich kann gar nicht eindeutig sagen,ob mir diese (ich weiß übrigens nicht einmal,ob Abu Dhabi eine Stadt,oder ein Land ist, ja, ich schäme mich deswegen) sagen wir dieser Ort, gefällt,oder nicht. Zum einen habe ich zu wenig gesehen, zum anderen sind bisher alle sehr freundlich gewesen. Nur die Sicherheitsleute am Flughafen schienen sehr genervt von meiner Fragerei. Dabei verstehe ich einfach deren Englisch nicht. 
Ich glaube, ich fahre jetzt zurück zum Flughafen. Gehe etwas essen,komme hoffentlich irgendwie ins Internet und schicke euch diesen endlos langen Text zu…und einige Fotos, komplett ohne geht ja auch nicht! 🙂

Auf geht’s nach Abu Dhabi

So,nun ist der Rucksack gepackt und ich  voller Vorfreude. Gleich geht es los mit einem Airbus A330 von Airberlin in die Millionenstadt Abu Dhabi. Dieser Ort existiert erst junge 40-50 Jahre,hat aber schon alles,was man sich mit einem Überschuss an Geld nur vorstellen kann.

Scheich Zayed hat sich um sein Volk gekümmert. In Abu Dhabi muss keiner um sein Leben kämpfen, gerade dann nicht,wenn man vor Ort geboren ist. Dort leben 20% Einheimische und 80% zum Arbeiten Zugezogene. Wow!

Die umliegenden Länder,  aber auch die,die weiter weg sind, schicken ihre Männer,wie Frauen zum Geld verdienen in das Land in dem (neuerdings) Milch und Honig fließt. Es sind zu einem großen Teil junge Männer aus Bangladesch und Pakistan.

 

Ich bin sehr gespannt auf Abu Dhabi! Auf die Saudis! Und auf das,was mich dort erwartet!

Wenn jemand von euch schon dort gewesen ist,schreibt mir doch in den Kommentaren,wie es war,was man unbedingt gesehen haben muss und wo man nett Essen gehen kann 😉

Benzingeruch – was er mit uns macht…

 

Gerüche merkt man sich 7 Jahre, oder ewig!

Nasser Asphalt, Zimt zur Weihnachtszeit, das Lieblingsgericht aus der Kindheit. All diese Gerüche kehren immer wieder. Die vergisst man nicht.

Für mich ist Benzin solch ein Geruch. Es ist nicht so, dass ich einfach nur auf den Geruch stehe. Ich habe sofort das Bild meines Vaters auf seinem Motorrad vor mir. Und ich als Siebenjährige spüre, wie der Wind mir ins Gesicht schlägt, weil er mich wieder einmal mitgenommen hat, natürlich gegen den Willen meiner Mutter.

Ich lasse dann automatisch mein kurzes Leben Revue passieren. Meist gefällt mir alles. Einige Situationen hätten mit einem anderen Ausgang auch andere Konsequenzen nach sich gezogen. Ich versuche den Gedankenfluss an dieser Stelle zu stoppen. Der Buddhismus lehrt sich anzunehmen. Und auch das, was mit einem geschieht. Ich lerne noch.

Und diesen ganzen Prozess ruft ein Geruch hervor. Benzin.

 

 

Meine Mutter hat mir einmal erzählt, wie mein Vater in der Sowjetunion Benzin aus fremden Autos und Mopeds klaute. Man steckt den Schlauch in das Ding, in das man tankt, pustet hinein und das flüssige Gold beginnt zu fließen . Es geht ganz einfach. Und die Zeiten haben es verlangt. Die 90er in Russland waren heftig. Ich habe nicht ein Mal mit ansehen müssen, wie Menschen für nichts krankenhausreif geprügelt wurden, oder gar kein Krankenhaus mehr nötig hatten. Es war eine Zeit der Inflation, der Angst um die eigene Existenz, das Leben. Und es ist nicht so, dass meine Eltern nicht gearbeitet hätten. Im Gegenteil, und wie. Nur ausbezahlt wurden sie nicht. Kurz bevor die UdSSR zerfiel, konnte man sich glücklich schätzen, wenn man irgendwo gearbeitet hat, wo etwas – egal was – produziert wurde. Denn das konnte man klauen, umtauschen für Essen oder verkaufen. In den 90ern musste man klauen können. Ich glaube es hat sich bis heute nicht geändert.

Benzin in Russland kostet seit der Sanktionsgeschichte doppelt und dreifach so viel, wie vorher. Und das in einem Land, in dem Benzin die Hauptressource schlechthin ist.

Meine Mutter hat einmal gebeichtet, dass auch sie einige Male Benzin geklaut hat. Ich sehe, dass sie sich jetzt noch, nach so vielen Jahren dafür schämt. Aber sie hatte zwei Kinder zu ernähren. Ich hätte es genauso gemacht.

Hier gibt es für diesen Prozess die Anleitung 😉

Vielleicht schiebe ich die Führerscheinprüfung genau aus diesem Grund vor mich her. Nicht, weil ich Angst habe ein Auto zu führen, sondern davor, bei jedem Tanken an diese Momente erinnert zu werden. Ach dieser Geruch. Was theoretisch nicht schlimm wäre. Es sind ja schöne Erinnerungen, oder wenigstens unterhaltsam. Aber sie machen einen nostalgisch. In solchen Augenblicken fahre ich gern in den Osten Berlins, da hab ich das Gefühl mich irgendwo in den 90ern Russlands aufzuhalten. Es sind die Plattenbauten. In so einem Ding haben wir in Russland auch gewohnt. Nur waren die Wohnungen dort nie saniert worden. Man musste alles selbst machen. Ich weiß noch, wie meine Eltern die Betonleisten, die von einem Raum der Wohnung in den nächsten führen, selbst gegossen haben. Viel zu hoch und viel zu schief. Die sind mitten durch gerissen, als ein starkes Erdbeben unseren Wohnort erschütterte. Richterskala 7,4. Das vergesse ich nie. Meine Mutter badete mich in dem Moment. Sie schaffte es noch grade so mich in ein Handtuch zu wickeln, meine Schwester zu schnappen und bei -18 Grad nach draußen zu rennen. Und ich weiß es noch, als wäre es gestern, es roch draußen nach Benzin.Ich weiß nicht warum. Einige Minuten später auch nach kaputtem Beton. Und nach kaputten Leben.

 

Schon im nächsten Jahr war meine Familie in Berlin. Ich flog damals zum ersten Mal. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug spürte ich meinen Geruch wieder meine Nase kitzeln. Es war zwar das Kerosin, aber es ähnelt Benzin sehr stark. Für mich begann ein neues Leben mit einer schon bekannten Zutat. Benzin riecht überall gleich. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es mir so gut gefällt. So wie das Lächeln. Alle Menschen tun es auf dieselbe Art und Weise. Die Sprache des Lächelns ist überall gleich. Und der Geruch des Benzins ebenfalls.